Sic Luceat Lux

Das Bistum Osnabrück und der Satanismus

Auf der Seite des Bistums Osnabrück ist ein großer Artikel über Satanismus, in Verbindung mit ritueller Gewalt, mit dem wir uns heute beschäftigen wollen.


Nachdem wir das Bistum selbst in einem offenen Brief darauf aufmerksam gemacht haben, dass der Inhalt ihres Artikels maximal Fragwürdig ist und es daher sinnvoll wäre diesen zu löschen, hatten sie die Gelegenheit diese Falschdarstellung und verschwörungstheoretischen Ideen zu entfernen.
Die Seite Kirche+Leben hatte auf unseren Hinweis umgehend reagiert und ihre Artikel entfernt.
Doch in diesem Fall scheint unser Ansinnen für nebensächlich gehalten zu werden. Umso umfassender werden wir auf diesen diffamierenden Artikel eingehen, da er so überschwänglich im Internet zu finden ist.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfänge

Symbolbild für das Bistum Osnabrück

Stellt sich die Frage: Wo genau soll man bei diesem Artikel anfangen? Erst einmal möchte man natürlich wissen, wer ihn geschrieben hat, denn dazu findet man nichts auf der Seite des Bistums Osnabrück.
Doch nach kurzer Recherche wird klar, dass Annika Lippmann ihn verfasst zu haben scheint, für das Bistum Osnabrück, bei dem sie auch andere Artikel verfasste und dieser um den 24.07.2014 das erste Mal veröffentlicht wurde.


Einen Monat später, am 19.08.2014 erschien er zeitgleich sowohl im “Bonifatiusbote[n]” als auch der “Verlagsgruppe Bistumspresse”.


Auch einige Verschwörungstheoretiker die sich den “Kampf gegen den Satanismus” auf die Fahnen geschrieben hatten (und natürlich kläglich gescheitert sind…), haben diesen Artikel weitestgehend 1:1 übernommen oder einfach nur schon geänderte Namen noch einmal geändert…
Ein Trauerspiel so etwas sehen zu müssen…

Aber was steht denn nun alles so in dem Artikel drin? Das wird sicherlich viel interessanter sein. Könnte man zumindest meinen, denn Quellen werden hierbei nicht einmal im Ansatz angegeben, was man aber bei einem so ausführlichen Artikel meinen müsste, schließlich soll er ja “aufklären” über die ach so bösen Satanisten.
Sonst könnte man ja fast meinen dieser Inhalt wurde sich nur ausgedacht.
So etwas würde aber natürlich niemand machen.

Im ganzen Artikel kommt ein besonderes Hauptmerkmal von Verschwörungstheorien zum tragen: Des geheimen Netzwerkes.
Ein geheimes Netzwerk von Satanisten und anderen okkulten Gruppen könnte man gar nicht wirklich beweisen, weil sie eben so geheim sind. Diesen logischen Fehlschluss haben einige bis heute noch nicht verstanden.
Außerdem handelt es sich hierbei um ein Totschlagargument nach dem Motto “Ich würde es ja beweisen, wenn ich es denn könnte, aber so lange sie so geheim sind, kann ich es nicht, trotzdem gibt es diese Netzwerke. Daher ist es wahr …”

Auch Brigitte Hahn meldet sich in diesem Beitrag zu Wort. Sie war früher die Leiterin der mittlerweile geschlossenen Beratungsstelle für organisierte und rituelle Gewalt im Bistum Münster.


Geschlossen wurde es auf Grund folgender Aussage des Bistums Münster in einer offiziellen Pressemitteilung:
“[…] In der Fachwelt, sowohl in der psychotherapeutischen als auch in der juristischen, ist jedoch der professionelle Umgang mit dem Thema rituelle Gewalt umstritten. Es stehen hier Aussagen über die Existenz ritueller Netzwerke auf der einen Seite Aussagen der Nicht-Beweisbarkeit ritueller Gewalt auf der anderen Seite gegenüber. Es sind weder Theorien über rituelle Netzwerke belegt noch konnte ritueller Missbrauch durch angeblich im Verborgenen organisierte Täterorganisationen nachgewiesen werden.
Die Fortführung der Beratungsstelle ist vor diesem Hintergrund nicht mehr länger vertretbar. […]”

Es ist also offensichtlich, dass diese Theorien zwar im Raum stehen, jedoch völlig haltlos zu sein scheinen und nicht bewiesen wurden, obwohl national und international (Beispiel Niederlande, Österreich etc.) danach geforscht wurde.


Brigitte Hahn äußert sich dahingehend wie folgt: „Die berichteten Taten sind erschreckend, unvorstellbar, ungeheuerlich und unterlaufen unser christlich-demokratisches Wertesystem.“
Man mag es kaum glauben, aber ein christliches Wertesystem haben wir in Deutschland nicht, sondern ein demokratisches. Staat und Kirche sind getrennt, auch wenn das noch nicht überall angekommen zu sein scheint.


Zudem scheint es auch damals schon so gewesen zu sein, dass diese angeblich geheimen Netzwerke nicht hinterfragt wurden, keinerlei Beweise vorlagen, sondern nur Erzählungen im Raum standen.
Außerdem behauptet sie in diesem Artikel, dass Satanisten sich nicht um Gesetze scheren würden und es sich dabei um organisierte Kriminalität in schlimmster Form handele.


Schon grenzwertig, wenn man sich so weit aus dem Fenster lehnt, während man in einer Organisation arbeitet, die für weltweiten Kindesmissbrauch, Kindesentführung und Indoktrination bekannt ist.
Die immer wieder klar Stellung bezogen hat in (Welt-)kriegen, die Menschen wie Mutta Theresa für heilig erklärt, obgleich diese hat Menschen ganz offenkundig leiden lassen und eher ihrer sadistischen Natur, unter dem Deckmantel einer Religion, freien Lauf ließ.


Hier fragt sich, ob da nicht eher ein Wunschdenken offenbar wurde, bei dem man trotz der ganzen Gräultaten, man immer noch auf der guten Seite stehen wollte.

Arbeitskreis rituelle Gewalt

Dass sich 2011 damals die Bistümer Osnabrück, Münster und Essen zusammengetan haben, um einen Arbeitskreis für rituelle Gewalt zu gründen und auch regelmäßige Tagungen abzuhalten ist dahingehend schon fragwürdig. Besonders, weil anscheinend nur Wissen darüber aus Trivialliteratur vorlag, aber keinerlei Fakten verarbeitet wurden. Zu dieser zeit gab es sogar schon vermehrt religionswissenschaftliche Literatur, die man hätte zu Rate ziehen können, um die Thematik besser zu verstehen.
Da stellt sich die Frage nach den “Experten” die auf diesen Tagungen aufgetreten sind und in wie fern sie wirklich eine Expertise vorweisen konnten.


Es wurde nichts hinterfragt, sondern wie der Satan in Persona als etwas Wahres hingenommen. Doch gerade in solchen Positionen oder bei solchen Unternehmungen, sollte man noch viel genauer hinhören.
Hier wird von Nekrophilie, Pädophilie, Sodomie, körperlichen und seelischen Misshandlungen geredet, angeblich gewaltätige und dämonische Rituale, aber auch von Schwarzen Messen sogar bis hin zu Tier- und Menschenopfern.


Das volle Programm wird abgerufen, damit es auch ja schön grausam und abstoßend wirkt.

Egal ob Real oder Fiktion – völlig irrelevant, keine Rücksicht auf Verluste.


Hauptsache die eigene Ideologie wird vertreten!


Hier meldet sich aber auch Alfons Strodt zu Wort, Domkapitular im Bistum Osnabrück. Dieser ist überzeugt, dass es im Satanismus regelrechte Netzwerke gibt, die von regional bis international agieren und Schnittmengen zu “Rockerbanden, Prostitution, Drogen- und Menschenhandel” aufweisen.


Dieser gehörte übrigens auch zu oben genanntem Arbeitskreis und ging 2019 noch mit seinen Ansichten sogar an Schulen, wo er diese Erzählungen weitergab.*

Auch die Personen, die an diesen Tagungen teilgenommen haben, sind teilweise recht fragwürdig, eben wie jene Geschichte über satanistische Netzwerke.

Das Bistum Münster hat nicht ohne Grund, die Beratungsstelle und alles dazugehörige eingestampft, weil es eben absolut haltlos und ohne jegliche Substanz war.


Dieses Vorgehen ist in der heutigen Zeit sogar vernünftig (dass ich das mal sagen würde …), denn die modernen Satanisten, wie wir es sind, lassen es sich eben nicht mehr gefallen von Kirchen als Werkzeug für ihre angstschürende Ideologie benutzt zu werden.


Gleichzeitig hat man auch gesehen, dass international die Theorie vom satanistischen Missbrauch immer mehr bröckelt und viel weniger wahr ist, als es einige Menschen wie Priester und Therapeuten gerne hätten.


Dafür verlieren diese Menschen nun ihre Arbeit, ihr Ansehen, müssen geldstrafen zahlen und teilweise kommen sie sogar in Haft wegen falscher Beschuldigungen.

Da stellt sich die Frage: Wer ist hier der wirklich böse Mensch?


Derjenige, der sein Leben lebt, genießt und frei ist oder derjenige der andere für seine Verschwörungsideologie benutzt?

Das Bistum Osnabrück hat, wie geschrieben, nicht auf unseren offenen Brief reagiert und somit verbreitet dieses Bistum ganz klar verschwörungstheoretisches Gedankengut auf Kosten der Satanisten und des Satanismus.

Ohne Vernunft?

Warum hier die Vernunft nicht waltet, darüber kann man nur spekulieren, dennoch ist es sicherlich sinnvoll hier den einen oder anderen Punkt anzustoßen, damit ein wenig klarer wird, was in dieser Institution so passiert(e):
Das Bistum Osnabrück ist selbst in viele Missbrauchsfälle verstrickt, die über Jahre hinweg geheimgehalten oder einfach ignoriert wurden. Darüber soll in Zukunft noch eine Studie veröffentlich werden, die das ganze Außmaß der Gewalt aufzeigt.


Nachdem offenkundig wurde, dass es diese Fälle im Bistum Osnabrück gegeben hat, melden sich nun immer mehr Betroffene.
Verantwortliche hätten angeblich auch, laut Tagesschau, jahrzentelang nicht angemessen auf die Hinweise reagiert.


Weltweit sind heute schon mehr Fälle des rituellen Missbrauchs in Bezug auf die katholische Kirche bekannt, als im Bezug auf Satanisten, was man sicherlich nicht daran festmachen kann, dass Satanisten das viel geheimere Netzwerk hätten.

Fazit

Tritt man nun einen Schritt zurück und schaut sich dieses ganze Desaster an, dann wird Stück für Stück ein Bild daraus:
Den bösen Satanisten in seiner unmenschlichen und gewalttätigen Rolle als Gegner der Menschheit und der Menschlichkeit darstellen, während in den eigenen Reihe das wirkliche Unheil passiert.


Es wirkt so, als solle abgelenkt werden, durch Tagungen, Bücher und Vorträge vom Verhalten der eigenen Leute, hin zum Menschen mordenen und Kinder entführenen Satanisten.


Damit ja nicht offenbar wird, was da in den “heiligen Hallen” so passiert.


Das lässt die Glaubwürdigkeit am Bistum Osnabrück, aber auch an der katholischen Kirche, in vielerlei Hinsicht in einem sehr schlechten Licht erscheinen.

* Sekten – Domkapitular Strodt informiert (bbs-schoelerberg.de)

Mehr Betroffene von sexuellem Missbrauch im Bistum Osnabrück | NDR.de – Nachrichten – Niedersachsen – Studio Osnabrück