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Jahresrückblick 2022

Jahresrückblick 2022

Bei einem Jahresrückblick stellt sich natürlich immer die Frage, was ist in genau diesem Jahr eigentlich passiert?

War das überhaupt dieses Jahr oder vielleicht doch das Jahr davor?

Wer unsere Facebookseite verfolgt, wird erahnen, wie tief wir ständig in den Medien versunken sein müssen, um wieder und wieder Neuigkeiten hervorzuholen. Teilweise aus den Tiefen des Netzes.

Zudem ist es nicht immer lustig oder schön, was man da sieht, sondern vielmehr nimmt man die geistigen Abgründe religiöser Menschen, aber auch von Menschen wahr, die sich in Verschwörungstheorien einwickeln lassen und diese dann auch noch mit Stolz geschwellter Brust verbreiten.

Als vernunftbegabter Satanist steht man teilweise ziemlich fassungslos vor diesen Abgründen und weiß gar nicht wie lustig man das nun finden soll; besonders wenn man weiß was für negative Folgen solche Ideologien haben können.

Doch schauen wir uns mal an, was dieses Jahr Schwerpunkte waren.

Inhaltsverzeichnis

Satanisten Doku im SRF

Im Dezember 2021 strahlte der Fernsehsender SRF eine Dokumentation über Satanisten und deren angebliches Wirken in der Schweiz aus. Das schlug hohe Wellen, aber wahrscheinlich nicht so, wie diejenigen, die an Verschwörungstheorien und geheime, satanistische Netzwerke und deren rituellen Missbrauch glauben, sich das vorstellten.

Jahresrückblick 2022 beweist keinerlei satanisch rituellen Missbrauch

In der Dokumentation kam unter anderem auch ein Lehrerpaar vor, welches Verschwörungstheorien verbreitete. Dadurch haben sie sich in den Fokus von Untersuchungen gebracht und sind nach Abschluss dieser ihren Job nun los.

Ebenso bekam der Oberarzt einer Privatklinik, der sich zu satanisch rituellem Missbrauch äußerte und diesen für real erklärte, zu spüren was passiert, wenn man solche wirren Thesen verbreitet. Auch er wurde entlassen und die Bewilligung zur Berufsausübung entzogen.
Zudem wurden seine Fälle überprüft und neu bewertet. Diese scheinen sich auf False Memory zu beziehen und sind somit hinfällig. Anders ausgedrückt: Gefährlich für Patienten.

Die Chefärztin dieser Klinik wurde auch entlassen. Die Klinik selbst distanzierte sich von diesen Äußerungen.

Für einen Jahresrückblick 2022 ist das schon echt schön zu sehen, dass hierbei durchgegriffen wird.

Der Fall Nathalie

Satanisch-ritueller Missbrauch wird immer mal gerne als „Argument“ benutzt. Auch in dem Fall Nathalie warf eine Frau 2019 ihrem Ex-Mann vor, seine damals achtjährige Tochter jahrelang sexuell missbraucht zu haben.

Das besondere dabei war, dass die Frau behauptete es handele sich dabei um satanische Rituale mit rituellen Vergewaltigungen.

Nun, im Jahre 2022 hat die Staatsanwaltschaft das Verfahren gegen den Vater eingestellt, da sich ein anfänglicher Tatverdacht in keiner Weise erhärtet hat.
Die umfangreichen Ermittlungen konnten nicht den Funken eines strafrechtlichen Verhaltens erkennen.

Zeitgleich hatten Behörden einiges an Shitstorm abzuarbeiten, weil verschiedene Wirre ihnen vorwarfen, trotz Hinweisen wegzuschauen und den angeblichen Täter schützen.

Also die perfide Anschuldigung „Ihr hängt da ja selbst mit drin“, wurde hervorgekramt, was natürlich auch Verschwörungsschwurblern auch später immer noch Futter geben wird. Sie werden Zusammenhänge und Vertuschungen sehen, wo gar keine sind.

Alex Jones

Verschwörungstheoretiker Alex Jones wurde zu insgesamt 1,5 Milliarden Dollar Strafe verurteilt, weil er Lügen verbreitete über das „Sandy Hook Massaker“, von dem er behauptete, dass es gar nicht stattgefunden hätte.

Jones selbst hat mittlerweile Privatinsolvenz angemeldet, weil er nicht im Stande sein wird diese hohe Summe zu zahlen.

Die Richterin, die Jones als Tyrannin bezeichnete, hat eine für alle Schwurbler bezeichnende Äußerung getroffen:

„Just because you claim to think something is true does not make it true.“

Maya Guerra Gamble

Alex Jones wähnte sich immer unter dem Deckmantel der freien Rede oder der freien Meinungsäußerung, aber wie man bei vielen erkennen kann, die solche Theorien verbreiten, versuchen sie das ebenso. Doch dieses Jahr schienen die Behörden dahingehend, auch im deutschsprachigen Raum, vermehrt durchzugreifen.
Ehrlich gesagt: Zeit wird es.

Oliver Janich verhaftet

Der rechte Verschwörungstheoretiker und „Querdenker“ wurde im August 2022 auf den Philippinen verhaftet, da er auf Grund eines Haftbefehls wegen Beleidigung, Volksverhetzung und öffentlicher Aufforderung zu Straftaten gesucht wurde.

Um genau zu sein er rief in seinem Telegram-Kanal dazu auf, dass man verschiedene Prominente sowie diverser Regierungsmitglieder hinrichten müsse.

Im Dezember 2022 wurde er dafür zu einer Bewährungsstrafe verurteilt.

Auf den Philippinen scheint er noch im Gefängnis zu sitzen, weil er dort wegen einer anderen Strafsache inhaftiert wurde.

Razzia bei Reichsbürgern in Deutschland

Mit Umsturzfantasien bestückt wurden im Dezember viele Reichsbürger bei einer Razzia festgenommen.
Sie planten einen Regierungssturz und glauben, dass es das Deutsche Reich noch immer geben würde. Außerdem gehen sie davon aus, dass Deutschland besetzt wäre und somit gar nicht souverän handeln könne.

Ähnliche Äußerungen hat der mit Haftbefehl gesuchte Koch Attila Hildmann öfters geäußert, der eben solche Ansichten verfolgt. Hildmann hält sich seit über einem Jahr in der Türkei auf, jedoch scheint eine Auslieferung schwierig, weil die Türkei derzeit keinerlei Interesse daran zeigt ihn nach Deutschland auszuweisen.

Selbstverständlich haben auch hier Schwurbelinskis wieder Ideen und Verschwörungen im Gepäck. Unter anderem wird verbreitet, dass es sich nur um ein Ablenkungsmanöver handeln soll, da fast zeitgleich ein Mann zwei Schülerinnen mit einem Messer angegriffen hatte und eine von ihnen starb. Angeblich würden die Medien gar nicht darüber berichten (genügend Artikel lassen sich über Google in den Medien finden).

Entschädigung für die Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk

Gut, von dieser Gemeinde haben viele von uns noch nicht gehört, aber um sie herum spielte sich interessantes ab. Die Verschwörungstheoretiker Wouter Raatgever und Joost Knevel wurden wegen Volksverhetzung, Drohung und Verleumdung zu Haftstrafen verurteilt. Mitunter hatten sie Drohungen und Todesdrohungen gegen den Premierminister Mark Rutte, RIVM-Direktor Jaap von Dissel und einen Hausarzt in Bodegraven ausgesprochen.

Außerdem haben die beiden anscheinend die Vorstellung von satanischem rituellem Kindesmissbrauch. Diese Ideen verbreiteten sie auch kräftig im Internet. Wodurch andere Verschwörungstheoretiker auf die Gemeinde aufmerksam wurden und dort hin pilgerten.

Deshalb müssen die beiden nun der niederländischen Gemeinde Bodegraven-Reeuwijk eine Entschädigung von 215.000 Euro zahlen.

Zudem möchte das Gericht auch, dass sich Knevel wegen paranoider Wahnstörungen behandeln lässt.

„Man kann nicht beweisen, was nicht passiert ist.“

Gericht
Jahresrückblick 2022, keinerlei Hinweise auf satanisch-rituellen Missbrauch in den Niederlanden

Kein satanisch-ritueller Missbrauch in den Niederlanden

Ende 2020 entschied die zweite Kammer in den Niederlanden einstimmig, dass eine Untersuchungskommission eingeleitet werden soll, die untersuchen sollte, ob es in den Niederlanden satanisch-rituellen Missbrauch gibt.

Anstoß waren zwei „investigative Journalisten“ des Radiosenders „Argos Radio 1“. Dieser Sender versucht Machtmissbrauch und Probleme der Gesellschaft durch Recherchen aufzuklären und diese an die Politik heranzuführen.

Nun hat diese Kommission ihr Ergebnis veröffentlicht und das wird einigen Verschwörungstheoretikern nicht schmecken: Es gibt keinerlei Hinweise auf satanisch-rituellen Missbrauch in den Niederlanden, vor allem nicht in angeblichen Netzwerken.

Die Untersuchungskommission hat dabei auch die „Betroffenen“ und deren Therapeuten mit einbezogen.

Bistum Münster, ein alter Bekannter

Oh ja, das Bistum Münster. Seit Jahren haben wir immer wieder darauf verwiesen, dass dort Seminare zu angeblichem satanischen rituellen Missbrauch stattfinden würden, für die es keinerlei Beweise gab und gibt.
Angebliche Netzwerke und dunkle Machenschaften wurde einem als Satanist unterstellt.

Das Bistum hat uns nicht nur ignoriert, sondern auch so getan, als wären wir die Bösewichte in der Geschichte, weil wir anklagend die Stimme erhoben haben.

Dann kam Mitte Juni 2022 eine Missbrauchsstudie heraus, die sich mit dem Bistum Münster beschäftigte.
Dabei kam heraus, dass von 1945 bis 2020 mindestens 196 Kleriker sexuellen Missbrauch an Minderjährigen begangen haben. Bei fünf Prozent der Täter konnte man von Serientätern sprechen, also für mehr als 10 Taten verantwortlich seien.
Bis zu diesem Zeitpunkt haben sich mindestens 610 Betroffene gemeldet, wobei vermutet wird, dass die Dunkelziffer weitaus höher liegt.

Interessant ist der Aspekt, dass wenn ein Verstoß bekannt wurde, derjenige, der diesen begangen hatte, lediglich versetzt wurde. Es wurde also geduldet!

Das waren die gleichen Stimmen, die auf den Satanismus zeigten und meinten, dass dieser böse wäre und eigentlich genau das machen würde, was in den eigenen Reihen über mehr als ein halbes Jahrhundert passierte.

Bis heute haben wir vom Bistum Münster keine Entschuldigung erhalten und werden es wahrscheinlich auch nicht, weil es ein Eingeständnis ihrer eigenen Fehlerhaftigkeit wäre.

Schmankerl Übernahme

Ein besonderer Genuss war es für uns eine Facebookgruppe mit über 400 Mitgliedern zu übernehmen, die sich mit angeblichem satanisch rituellem Missbrauch beschäftigte.
Diese Gruppe entstand aus angeblichen Recherchen und „Fakten“ eines österreichischen „Journalisten“, der bis heute auf seiner Seite Spenden sammelt, jedoch nie ein Ergebnis vorlegen konnte. Irgendwann wurde das ganze seinerseits eingestampft, weil er mit einem Kollegen keine behördliche Unterstützung bekam. Oder genauer: Das angeblich satanistische Netzwerk war zu groß und zu stark, weswegen er aufgab.

Eine wirklich traurige Geschichte, wenn man das so verfolgte…

Zumindest gehört diese Gruppe nun uns. Sie wurde archiviert und dient als Mahnmal für alle Aluhüte und Verschwörungsgläubige.

Wir haben sie nun „Das gescheiterte Recherche Netzwerk Satanismus und Rituelle Gewalt „ genannt.

Jahresrückblick 2022 der Brotherhood of Samael als satanistische Bruderschaft

Fazit Jahresrückblick 2022

Das ist natürlich nur ein kleiner Jahresrückblick 2022 und wahrscheinlich ist noch viel mehr passiert, was wir jetzt so gar nicht mehr auf dem Schirm haben, weil es eben so viele Informationen sind, mit denen wir uns beschäftigen.

Doch kann man einen gewissen Trend erkennen, der uns als Satanisten hoffen lässt.
Einer dieser Trends ist, dass die großen Medien nun nicht mehr so intensiv auf die Satanic Panic aufspringen und alle Jahre vom bösen Satanisten schwadronieren, sondern vielmehr aufklären.

Das Bild des alten, theistischen Satanisten wird langsam abgelöst vom modernen Satanisten, was längst überfällig ist, nur kann man mit dem modernen Satanisten nicht so viel negative Emotionen und Einschaltquoten generieren.

Ein weiterer Trend der sich abzeichnet ist, dass die Behörden langsam keine Lust mehr auf angebliche Netzwerke haben, die irgendwelche Verschwörungstheoretiker sehen, aber eben nur in ihrer Fantasie existieren und nicht in der Wirklichkeit.

Wir denken, dass die nächsten Jahre ähnlich verlaufen und die Psychiatrien sich füllen werden mit solchen Verschwörungstheoretikern; nicht zu Unrecht, wie wir finden.

Die Brotherhood of Samael wünscht ein gutes neues Jahr.

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