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Minimalismus im Satanismus?

Minimalismus und Satanismus sind eigentlich Wörter, die man eher selten in einem Zusammenhang findet. Dennoch sollte man sich als Satanist der Frage stellen, ob diese beiden Dinge eigentlich zusammenpassen.

Ist es notwendig als Satanist ständig und alles zu konsumieren, ohne sich selbst Grenzen zu setzen?

Passen Minimalismus und Satanismus vielleicht doch besser zusammen als man denken mag?

Dieser Artikel soll einige dieser Fragen beleuchten und Ideen aufgeworfen werden, die zum Denken anregen wollen.

Inhalt

LaVey

Schaut man sich den modernen Satanismus nach LaVey an, dann kann man schnell das Gefühl bekommen „viel hilft viel“.

LaVey spricht von einer Fülle und dem Paradies auf Erden. Aber auch davon Vorteile für sich richtig zu nutzen, anstatt anderen das Feld zu überlassen; was auch verständlich ist.

Es ist eine Philosophie des Individualismus‘, bei der es um die völlige Selbstverwirklichung und persönliche Freiheit geht.

Dabei konzentriert sich diese Idee auf das Materielle in der Welt und den Rationalismus.

Wie wir wissen, steht diese Art der Lebensweise im Gegensatz zu traditionellen religiösen und spirituellen Glaubenssystemen und stellt den Menschen in den Mittelpunkt. Nicht zuletzt dessen irdische Bedürfnisse.

Das bedeutet eben auch, dass man bspw. im Bereich des Konsums keine Grenzen einhalten muss, was die Menge an Dingen angeht. Wenn man möchte, kann man sich täglich neue Anzüge oder Torten kaufen, je nachdem wie einem ist. Theoretisch sind einem Satanisten hierbei kaum Grenzen gesetzt, außer das Geld geht zur Neige, er hat keinen Platz mehr usw.

Gleichzeitig wäre es irrational und auch sehr dumm, sich so zu verhalten. Denn hierbei entsteht sehr wahrscheinlich keinerlei Mehrwert für das Individuum.

Aber schauen wir uns erst einmal den Minimalismus an und welche Wesenszüge dieser mit sich bringt.

Minimalismus kurzgefasst

Seinen Ursprung hat diese Lebensweise in der Kunst und wurde später auf das alltägliche Leben übernommen.

Schaut man sich die Sozialen Medien und Videoplattformen an, dann findet man schnell heraus, dass einige dieser Minimalisten es bis ins Absurde übertreiben.

Sie empfehlen dann, dass man nur noch sieben oder zehn Dinge besitzen sollte und bei jedem neuen T-Shirt soll man mindestens ein altes aussortieren. Dass solche Leute in einem Haus oder einer Wohnung wohnen, wundert dann doch…

Aber der eigentliche Gedanke ist, dass man sich seinen Raum und seine Zeit zurückerobern soll, in dem man auf Dinge verzichtet oder sie aussortiert. Man soll sich auf das Wesentliche konzentrieren und Überflüssiges eliminieren. Hierbei ist elementar, sich von materiellem Überfluss zu befreien und mehr Freiheit, Raum und Zeit für das zu schaffen, was als wirklich wichtig erachtet wird.

Beispiele sind hierbei überflüssige Kleidung, Kinkerlitzchen in Regalen, die einstauben oder auch Unmengen an Geschirr, dass die Küche zumüllt. Natürlich gibt es da noch viel mehr. Jeder und jede, die ein Büro zu Hause hat, weiß wie viel Papiermüll sich sammeln kann und wie wenig man davon im Jahr wirklich benötigt.

Satanismus vs. Minimalismus?

Schaut man sich beide Lebensstile an, so wird schnell ersichtlich, dass es sowohl Parallelen, aber auch potenzielle Gegensätze gibt.

Während der LaVeysche Satanismus einen starken Fokus auf die persönliche Freiheit legt, mit einem Ausdruck in materiellem Wohlstand und Überfluss, ist beim Minimalismus vielmehr die Reduktion auf das Wesentliche und einer Distanzierung von materiellem Besitz zu finden.

Doch das muss kein absoluter Widerspruch sein.

Zum einen ist der Satanismus nach LaVey nichts, was in Stein gemeißelt und als absolut anzusehen ist. Diesen Punkt vergessen einige Satanisten dann gerne mal, anstatt ihr eigenes Gehirn zu benutzen.

Zum anderen kann der minimalistische Gedanke bei der persönlichen Freiheit und Selbstverwirklichung helfend sein.

Satanisten, die sich durch weniger materiellen Ballast befreiter fühlen und es ihnen dabei hilft, die persönlichen Ziele und Wünsche besser zu verfolgen bzw. zu verwirklichen, dann stellt diese Art der Freiheit und Lebenseinstellung keinen Gegenpart zum Satanismus dar.

Beide Philosophien legen hohen Wert auf persönliche Autonomie, Freiheit und die Gestaltung des eigenen Lebensweges.

Dementsprechend kann ein Satanist den Minimalismus als Werkzeug seiner Philosophie und seiner Lebensgestaltung sehen und diesen für sich nutzen.

Hierbei ist es aber auch möglich, sich bspw. von unnötigen Ritualsvorstellungen zu befreien. Es gibt Satanisten, die brauchen ihre Rituale. Andere hingegen haben die Art des Psychodramas verstanden und benötigen es nicht weiter. Für sie ist es eben nur etwas, was man ins Regal stellt, hübsch anzusehen ist, aber keinerlei Mehrwert bietet.

Mit dem Minimalismus im Satanismus hat man die Möglichkeit sich viel stärker auf das Hier und Jetzt zu konzentrieren, was den Genuss und die Erfahrung dieses Paradieses erhöhen kann.

Was also nutzen?

Die eigene Selbstverwirklichung steht hierbei an vorderster Stelle.

Ich muss mich selbst fragen, was mir wichtig ist, wohin mich meine Ziele führen sollen und wie ich diese erreichen kann.

Nehmen mir die Dinge in meinem Wohnraum Platz, Zeit und Geld, dann muss ich überlegen, was ich daran ändern kann.

Der moderne Satanismus ist sehr auf Selbstreflexion bedacht, was einigen Satanisten jedoch fehlt, weil sie einfach nur Althergebrachtes nachplappern, ohne wirklich an einer Weiterentwicklung interessiert zu sein.

Habe ich mehr Zeit, Geld und Raum, dann habe ich mehr Reichtum, obgleich man durch den Minimalismus vielleicht weniger Dinge hat.

Weniger nach Dingen suchen, sie putzen oder ersetzen müssen, lässt die Freiheit und den Wohlstand steigern.

Dadurch gewinnt man Zeit für sich selbst und die relevanten Dinge des Lebens.

Was nützen einem 100 Dinge, die im Regal stehen und einstauben, wenn ich hingegen Zeit zur Weiterentwicklung gewinnen könnte, in dem ich sie auf diese 100 Dinge verzichte?

Als Satanist sollte ich mich immer fragen, was ist mein Ziel im Leben und was benötige ich dorthin zu kommen?

Brauche ich dafür 50 T-Shirts oder reichen auch 10?

Brauche ich überhaupt T-Shirts oder trage ich lieber Anzüge?

Möchte ich einer großen Villa wohnen oder reicht mir auch ein Tiny House?

Was für Fähigkeiten habe ich und wie kann ich diese für mich nutzen?

Als Satanist habe ich die Möglichkeit, meinen Wohlstand offen zu zeigen und ihn Teil meines Lebens und meines Lebensstils werden lassen zu können. Aber ich habe eben auch die Möglichkeit zu sagen, dass ich das nicht brauche und mich auf das Wesentliche im Leben und im Satanismus konzentriere.

Wer hier nach einer Standardlösung sucht ist in eine völlig falsche Richtung unterwegs und sollte sich überlegen, welchen Platz der Satanismus im eigenen Leben einnimmt.